Pure ist aus meiner Sicht eine der herausragendsten Firmen für 3D-Architektur-Visualisierung in Deutschland.
Ein nettes Team mit wirklich hohem Qualität Standard und einer großartigen Einstellung zu Ihrer Arbeit. „Es wird fertig werden! – Und es wird super aussehen!“
Die Bilder auf der Pure Website sprechen für sich.
Ich bin also am 29.12.2009 zu meinem letzten offiziellen Geschäftstermin des Jahres nach Berlin gefahren.
Mit Marc Gruber-Laux, dem Chef von Pure sitze ich zum Kaffee zusammen und wir besprechen die Planung für einen 3 Minuten Marketing-Film für den Berliner Flughafen, der sich seit einigen Jahren im Bau befindet.
Hier soll diesmal nicht einfach nur das Gebäude schön umflogen werden und in wilden Kamerafahrten und Hochglanz Rendering im Sonnenuntergang gezeigt werden… Das Ziel der Produktion, die ganz in der Hand von Pure gehalten wird, ist es, eine kurze, emotional ansprechende Geschichte zu erzählen: Eine Familie erlebt einen spannenden und erholsamen Tag am neuen Schönefelder Flughafen.
Am 1.2. 2010 bin ich bei Arri Berlin mit Kameramann Till Caspar Juon, und meinem zukünftigen Kollegen Klemens Neumann von Pure zum Technik-Check verabredet.
Wir produzieren auf dem Flack schiff von Arri, der D21. “Das ist mal eine Kamera”. Nach dem ich im Januar ein paar Commercials mit der 5D Mark2 von Canon produziert habe, kommt mir die Arri Kamera im direkten Vergleich plötzlich wie ein Panzer vor.
Tatsächlich produziert diese Kamera aber alles, wovon ein Postproduction-Team nur träumt.
Wir zeichnen auf HDCAM Duallink HD auf, somit 10 Bit Uncompressed, auf HDCAM Tape.
Die Kamera könnte auch 2K Raw Einzelbildsequenzen aufzeichnen… aber das scheint uns dann doch etwas zu viel des Guten. Bei annähernd 10 MB pro Bild würde man dann nämlich nach nur zwei Tagen Produktion einen unglaublichen Arbeitsaufwand ins Datenmanagement stecken müssen. Wenn man dann noch bedenkt, dass zur Backup-Datensicherung alles mindestens einmal gespiegelt auf einem anderen Datenspeicher kopiert werden müsste, bräuchte man zusätzlich eine enorme Speicherkapazität.
Nach dem Tech-Test-Tag bei Arri fahre ich wieder zum
kurzen Stopp nach Hamburg, um zwei Tage später zu den Draharbeiten als Vfx-Supervisor wieder in Berlin zu sein.
Dazu haben Pure und die Produktionsfirma Himmelweit die Filmstudios HAVELSTUDIOS an der wunderschönen Havelchaussee gemietet. Wir tauchen zwei Tage lang in eine Welt aus grünen Wänden, viel Licht- und Kameraequipment und Schauspielern ein und produzieren etwa 60 Shots mit mal mehr oder mal weniger Menschen in einer Digital Backlot Produktion.
Nach den Dreharbeiten erholen wir uns übers Wochenende und fangen am folgenden Montag dem 08.02. an, bei Pure das Footage zu sichten, welches inzwischen gecaptured wurde.
Das 3D-Department von Pure läuft schon seit Januar auf Hochtouren und die ersten Preview- backgrounds trudeln in dem Postproduction Department ein.
Das Editing wird von Regisseur Felix Knöpfle extern gemacht. Wir übertragen das Finalcut Projekt auf unseren Schnittrechner und ersetzen das Proxi-Footage mit Highres-Material.
Parallel können wir anfangen mit Eyeons Digital Fusion ein Pre-Compositing zu machen.
Schnell wird klar, dass wir mit den 60 Shots, die zu composen sind, viel Arbeit vor uns haben und so stürzen Klemens und ich uns in diese hinein.
Nach zwei Wochen bekommen wir weitere Unterstützung durch Johannes Bogenhauser. Als Compositing Artist ist er eine großartige Unterstützung und zu dritt im Compositing und 3D-Tracking geht die Arbeit gut von der Hand.
Nach der ersten Woche im März haben wir also vier Wochen Postproduktion hinter uns gebracht und ein schönes und rundes Filmchen gezaubert.
Das Pure -3D Team hat tolle Arbeit geleistet und bis zum letztmöglichen Zeitpunkt die Wünsche der Kunden umgesetzt.
Mit etwas Abstand zu der Produktion und dem Abschütteln des Tunnelblicks, den man in solchen Zeiten entwickelt, bin ich sehr glücklich mit dem Ergebnis und hoffe, wie immer, dass es allen anderen Beteiligten auch so geht.
** This is some serious gourmet shit!**